Archäologische Grabungen

Tauchen Sie ein in die Geheimnisse von Schloss Homburg: Entdecken Sie überraschende archäologische Funde und die wahre Geschichte seines prächtigen Gartens.

Die archäologischen Untersuchungen im Kernbereich von Schloss Homburg im Jahr 1999 und der Außenanlagen zwischen 2004 und 2009 haben faszinierende neue Einblicke in die Geschichte der Burganlage geliefert. Erstmals konnte nachgewiesen werden, dass die Anfänge der Burg bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen. Dies belegen die Reste eines runden Wohnturms aus Stein – eines sogenannten Donjon – die eindeutig auf das Jahr 1070 datiert werden können. Rundtürme dieser Art sind für die Region äußerst ungewöhnlich, da sie vornehmlich im Norden und Osten Deutschlands zu finden sind.
Während bisher angenommen wurde, dass das Gebiet um das „Wittgensteiner Haus“ von tiefen Gewölben unterzogen sei, stießen die Forschenden bereits bei einer Tiefe von 30 bis 80 Zentimetern auf festen Felsgrund. Eine weitere Überraschung bot das Mauergeviert an der Nordwand, das bislang als Herdstelle interpretiert wurde, sich jedoch als Esse aus dem 18. Jahrhundert herausstellte. Die Entdeckung von fünf in den Felsen gehauenen Pfostengruben, deren Zweck noch erforscht wird, fügt dem Rätsel der Vergangenheit eine weitere Schicht hinzu.

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Becherkachel aus dem 11. Jahrhundert

Ein fragmentierter Becher aus dem 11. Jahrhundert, entdeckt 2009, Zeuge handwerklicher Fertigkeit und Alltagskultur des mittelalterlichen Schlosslebens.

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Geschichtsschichten freilegen

Fachkundige Hände enthüllen 2007 die Reste einer Esse aus dem 18. Jahrhundert, ein Stück lebendiger Geschichte direkt aus den Tiefen von Schloss Homburg.

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Panorama der Vergangenheit

Diese Perspektive offenbart das volle Ausmaß der Ausgrabungen von 2009 – eine visuelle Chronik der fortlaufenden Erforschung des Schlossgeländes.

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Archäologie in Aktion

Archäologen bei der sorgsamen Arbeit im Jahr 2010, jedes freigelegte Fragment ein Puzzlestück im großen Bild der Schlossgeschichte.

Einblick in die Frühgeschichte von Schloss Homburg

Die archäologischen Untersuchungen im Kernbereich von Schloss Homburg im Jahr 1999 und der Außenanlagen zwischen 2004 und 2009 haben unser Verständnis der Burganlage revolutioniert. Die Entdeckung der Überreste eines runden Wohnturms, eines Donjon, verweist auf eine frühe Besiedelung des Areals um das Jahr 1070. Die charakteristische Rundbauweise des Turms, in der Region eine architektonische Seltenheit, spiegelt möglicherweise den Austausch oder die Wanderung von Baustilen quer durch das mittelalterliche Deutschland wider. Die Bedeutung dieser Struktur reicht weit über ihre Grundmauern hinaus und lädt dazu ein, die vielfältigen kulturellen Einflüsse, die das Schloss im Laufe der Jahrhunderte prägten, zu erforschen.

Bei weiteren Ausgrabungen im Bereich des „Wittgensteiner Hauses“ wurden die Erwartungen der Archäologen erneut übertroffen, als sie statt der erwarteten Gewölbe festen Felsgrund in relativ geringer Tiefe vorfanden. Dieses Detail, so banal es scheinen mag, verändert die Annahmen über die Bauweise und das Fundament des Gebäudes und gibt Aufschluss über die Methoden und Materialien, die im Laufe der Jahrhunderte für Bau und Umbau genutzt wurden.

 

Geheimnisse im Stein

Das Mauergeviert an der Nordwand des Schlosses, einst als Herdstelle angesehen, erwies sich bei näherer Untersuchung als Esse aus dem 18. Jahrhundert. Dieser Fund stellt eine Verbindung zur Alltagskultur der damaligen Schlossbewohner her und liefert wertvolle Hinweise auf die Lebensweise und die sozialen Strukturen dieser Epoche. Noch geheimnisvoller sind die in den Felsen gehauenen Pfostengruben – fünf Vertiefungen, deren Funktion den Archäologen Rätsel aufgibt und die als Vorboten weiterer spannender Entdeckungen gesehen werden können.

Die Bilder der archäologischen Arbeiten von 2007 und 2010 zeigen die behutsame Freilegung dieser Schätze, wobei jeder Pinselstrich und jede Schaufel Erde dazu beitrugen, die Geheimnisse von Schloss Homburg Stück für Stück zu lüften. Ein Fragment eines Becherkachels, ein alltäglicher Gebrauchsgegenstand aus dem 11. Jahrhundert, wurde dabei ebenso entdeckt wie die Spuren des Barockgartens, deren Anlage nun wesentlich früher datiert werden muss, als bisher angenommen.

Die umfassende Dokumentation der Ausgrabungsstätte, festgehalten in einem Luftbild aus dem Jahr 2009, bietet eine beeindruckende Gesamtansicht der historischen Schichtungen und ist ein Zeugnis für die umfangreichen Anstrengungen, die unternommen wurden, um die Geschichte des Schlosses zu erforschen und zu bewahren. Jedes dieser Bilder erzählt eine eigene Geschichte, fügt dem reichen historischen Gewebe von Schloss Homburg eine eigene Note hinzu und bereichert unser Verständnis von der Vergangenheit dieses einzigartigen Ortes.

Diese detaillierten Betrachtungen unterstreichen die Bedeutung jedes Fundes und jeder Forschungsbemühung, die dazu beiträgt, das umfassende Bild der Historie von Schloss Homburg zu vervollständigen und für die Nachwelt zu erhalten

 

Der Barockgarten – ein historisches Missverständnis

Die bisherige Annahme, der „Barockgarten“ stamme aus der Barockzeit, wurde durch die archäologischen Grabungen widerlegt. Es zeigte sich, dass das Plateau bereits wesentlich früher angelegt wurde, was unsere Sicht auf die Gartenkunst und die historische Landschaftsgestaltung am Schloss Homburg grundlegend verändert. Dieses Wissen führt zu spannenden Überlegungen, wie sich die Landschaftsgestaltung von Schloss Homburg über Jahrhunderte entwickelt hat, weit bevor die barocke Ästhetik ihren Einfluss ausübte.

Unentdeckte Kapitel

Blick in die Tiefe
Die Ausgrabungsbilder, von detailreichen Nahaufnahmen der Fundstücke bis hin zu großflächigen Übersichten der Grabungsstätte, vermitteln den Umfang und die Tiefe der archäologischen Forschung auf Schloss Homburg. Jedes Bild dokumentiert die unermüdliche Suche nach Antworten, die die Schichten der Erde behutsam zurückrollen, um uns Einblick in längst vergangene Zeiten zu gewähren. Das Engagement der Archäologen und die moderne Technik, die zur Dokumentation und Analyse eingesetzt wird, zeigen, wie die Puzzlestücke der Vergangenheit zusammengesetzt werden, um ein vollständiges Bild der historischen Wahrheit zu formen.

Digitale Archäologie – Einblicke in die Ausgrabungen
Der Einsatz moderner Technologien wie der Luftbildarchäologie ermöglicht eine neue Dimension der Erkenntnis. Die Gesamtansicht der Ausgrabungsstätte aus der Vogelperspektive, eingefangen durch fortschrittliche Bildgebungstechniken, bietet eine umfassende Sicht auf das, was einst verborgen war. Diese Technik hilft nicht nur dabei, die Umrisse der vergangenen Bauwerke zu identifizieren, sondern erleichtert auch die Planung weiterer Forschungsarbeiten und trägt wesentlich zum Schutz und zur Erhaltung des historischen Erbes bei.

Durch die erweiterten Ausführungen und die Einbindung der neuen Informationen aus den Fotos wird der Text umfangreicher und vermittelt ein lebendigeres Bild der archäologischen Aktivitäten und Entdeckungen auf Schloss Homburg.

Dokumentation „Unter Grund“

Der von Miriam Jacobs und Gerhard Schick erstellte Dokumentarfilm „Unter Grund“ bietet einen tiefgehenden Einblick in die Durchführung und Ergebnisse der Ausgrabungen. Der Film beleuchtet nicht nur die Baugeschichte Schloss Homburgs, sondern auch die Bedeutung der einzelnen Funde, die ein neues Licht auf die facettenreiche Geschichte der Burganlage werfen.